Krebeck


Krebeck ist eine Gemeinde in Südniedersachsen (Deutschland), die im Jahre 1256 gegründet wurde und 2006 das 750-jährige Bestehen feierte.                          

Sie befindet sich im Landkreis Göttingen am westlichen Rand des Untereichsfelds etwa 19 km östlich von Göttingen und gehört zur Samtgemeinde Gieboldehausen. Der etwa zwei Kilometer entfernt liegende Nachbarort Renshausen ist ein Ortsteil von Krebeck. Weitere Nachbarorte sind Ebergötzen, Bodensee und Wollbrandshausen. In unmittelbarer Nähe der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 27 die von Göttingen nach Herzberg am Harz führt.

Der Ort wurde 1256 als Crebecke erwähnt, eine spätere Schreibweise lautete Kreybecke (1340). Der Name soll Krähen- oder Kranichbach bedeuten, und er wurde gegeben, weil von Einwohnern damals beobachtet wurde, wie zur Zeit der Kranichzüge ganz in der Nähe des Ortes in einem Bruch oftmals große Mengen Kraniche zur kurzen Rast niedergingen. Während der Jahre bis 1649 wird der Ort unter den Namen Crebecke (1256), Krebecke (1266), Kreybecke (1340) und Grebicke (1649) aufgelistet. Das Wappen des Ortes ist demnach ein auffliegender silberner Kranich auf blauem Grund. Die erste Urkunde, in welcher Krebeck erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1256. Damals wies Widekind von Bösekendorp dem Kloster Weende Einkünfte aus seinem Allod in Krebeck zu. Fünf Jahre später wird 1261 ein Leutpfarrer, der plebanus Hermannus, für den Ort genannt. Im Jahre 1340 wurden die Gebrüder Arnold und Heinrich von Rorungen (Roringen) von Herzog Heinrich von Braunschweig mit Gütern in Krebeck belehnt[2]. Während des Jahres 1496 geriert der Ort in den Kirchenbann. Auslöser für diesen Streit war ein Konflikt zwischen Krebeck, das hoheitlich dem Amt Gieboldehausen unterstellt war, und dem Kloster St. Michael in Hildesheim, wobei es um eine Hutweide im Sautal ging. Erst nach Jahren, und auf Bemühen des Amtmannes von Lindau, konnte der Kirchenbann wieder aufgehoben werden. Während der Reformationszeit zählte ein Franciscus Symon als Pfarrer in Krebeck, es wird erwähnt, dass die "räudigen Schafe", wohl Protestanten aus dem Amt Gieboldehausen, zu ihm gelaufen kamen. Erst um 1605 bekannten sich wieder die meisten Familien zur katholischen Kirche.

Ende des 15. Jahrhunderts, nachdem Dietrich von Hardenberg 1492 die Hälfte des Ortes Lindau für 4300 Rheinische Gulden erwarb, entstand im folgenden Jahr ein Streit zwischen den Einwohnern Renshausens und den Untersassen in Krebeck wegen der Hutweide auf der Wiese Sudal, diese befand sich in der Feldmark Renshausens, wurde jedoch widerrechtlich von den Krebeckern genutzt[3]. Das Michaeliskloster zu Hildesheim erwirkte einen Schiedsspruch, der darauf hinauslief, dass die Krebecker von der Nutzung der Hutweide absehen, und die Klagekosten bezahlen sollten. Diese kehrten sich allerdings nicht daran, übersendeten dem Klosterabt einen Fehdebrief und raubten, mordeten in Renshausen, bevor sie den Ort in Brand steckten, woraufhin sie gebannt wurden. Der Versuch einer gütlichen Einigung durch das Eingreifen Dietrich von Hardenberg scheiterte, Bischof Berthold von Hildesheim ermahnte Dietrich vielmehr, zusätzlich die Klostergüter vor dem wilden Treiben der Krebecker zu schützen. Der Streit zwischen den beiden Ortschaften fand erst 1499 eine friedliche Beilegung, am Mittwoch nach Reminiscere traten Ludolf von Bortfeld für die Seite des Abtes, Dietrich von Hardenberg für die Krebecker ein und einigten sich darauf, dass die Gemeinden die Weide weiterhin nutzen durften, die Krebecker sollten jedoch 2 Gulden zur Loslösung des Bannes nach Hildesheim senden.

Ähnlich wie die anderen Dörfer des Untereichsfeldes, hatte auch Krebeck unter dem Dreißigjährigen Krieg und dem Siebenjährigen Krieg erheblich zu leiden. Dazu ereilte dem Ort, die im Jahre 1850 im Untereichsfeld ausgebrochene, Choleraepidemie. In beiden Weltkriegen fielen 49 Einwohner des Ortes, während neun vermisst blieben. Auch Brände hatte der Ort in der Neuzeit häufiger zu beklagen, so vernichtete ein Großfeuer im Mai 1917 zehn Wohnhäuser und 14 Scheunen, im August 1934 wiederum fielen vier Gehöfte den Bränden zum Opfer. Ab 1973 wurde Krebeck, zusammen mit dem neuen Ortsteil Renshausen Mitglied der Samtgemeinde Gieboldehausen.

In Krebeck befindet sich der geodätische Mittelpunkt Deutschlands.

 


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